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Exhibition
15.01.2026 - 27.02.2026
AUS DEM FRÜHWERK

Madeleine Boschan, André Butzer, Holger Endres, Erwin Gross, Tobias Hantmann, Thilo Heinzmann, Andy Hope 1930, Maki Na Kamura, Anna Kolodziejska, Elke Silvia Krystufek, Alicja Kwade, René Luckhardt, Christine Moldrickx, Hans-Peter Thomas, Ulrich Wulff

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Press release

The early work is less to be understood as a clearly defined, original part of an artistic oeuvre than as a phase whose significance only emerges in retrospect. As a rule, it comes into focus for artists, curators, and art historians only once a major body of work has been identified and artistic relevance has been ascribed to the oeuvre as a whole. Against this background, early works are related to later developments, continuities are traced, or ruptures are made visible. The early work is thus not solely a product of its time of creation, but is shaped to a significant extent by subsequent interpretations and attributions.

Building on this, attention turns to the question of how beginnings in an artistic oeuvre are constructed and mediated. This first involves the artists’ own handling of their early works, which spans a broad spectrum from conscious rejection or destruction to renewed examination, contextualization, or reconstruction. Beyond this, the perspectives of other actors within the art world must be taken into account, including galleries, art criticism, museums, exhibitions, and art historical research. Through specific strategies and narrative frameworks, all of these contribute to situating and evaluating the early work.

In this context, the question arises as to the functions of such attributions: to what extent do they serve to legitimize an oeuvre, smooth developmental trajectories, or produce coherence? Which recurring patterns and terms have become established in this process? Closely related to this is the problem of temporal delimitation: when is a work considered “early,” and how long does it remain assigned to this category?

Pressetext

Das Frühwerk lässt sich weniger als fest umrissener, ursprünglicher Teil eines künstlerischen Œuvres verstehen, sondern vielmehr als ein Abschnitt, der erst im Rückblick seine Bedeutung erhält. In der Regel rückt es erst dann in den Fokus von Künstler*innen, Kurator*innen und Kunsthistoriker*innen, wenn ein Hauptwerk identifiziert und dem Gesamtwerk künstlerische Relevanz zugesprochen worden ist. Vor diesem Hintergrund werden frühe Arbeiten in Beziehung zu späteren Entwicklungen gesetzt, Kontinuitäten herausgearbeitet oder Brüche sichtbar gemacht. Das Frühwerk ist somit nicht allein Ergebnis seiner Entstehungszeit, sondern wesentlich durch nachträgliche Deutungen und Zuschreibungen geprägt.

Ausgehend davon richtet sich das Interesse auf die Frage, wie Anfänge im künstlerischen Werk konstruiert und vermittelt werden. Dabei geht es zunächst um den Umgang der Künstler*innen selbst mit ihren frühen Arbeiten, der ein breites Spektrum umfasst – von der bewussten Ablehnung oder Vernichtung bis hin zur erneuten Sichtung, Kontextualisierung oder Rekonstruktion. Darüber hinaus sind die Perspektiven weiterer Akteur*innen des Kunstbetriebs zu berücksichtigen, darunter Galerien, Kunstkritik, Museen, Ausstellungen und die kunsthistorische Forschung. Sie alle tragen durch spezifische Strategien und Erzählweisen dazu bei, das Frühwerk einzuordnen und zu bewerten.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach den Funktionen solcher Zuschreibungen: Inwiefern dienen sie der Legitimation eines Œuvres, der Glättung von Entwicklungsverläufen oder der Herstellung von Kohärenz? Welche wiederkehrenden Muster und Begriffe haben sich dabei etabliert? Eng damit verbunden ist die Problematik der zeitlichen Abgrenzung: Wann gilt ein Werk als „früh“, und wie lange bleibt es dieser Kategorie zugeordnet?